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15 November, 2017 — 6 Minuten Lesezeit

Wie die Cloud das Baugewerbe revolutioniert

„Unser Ziel bei Balfour Beatty ist eine makellose Übergabe. Wenn wir ein Projekt übergeben, wollen wir sichergehen, dass es absolut fehlerfrei ist, und das erreichen wir am besten mit der Cloud, in der wir Daten in Echtzeit verwalten können“, Victor Snook, Building Information Modelling (BIM) Manager bei Balfour Beatty

In anderen Branchen sind Cloudlösungen schon lange fest integriert, aber im Bauwesen war man bisher aus Kostengründen und aus Angst vor Veränderungen etwas zurückhaltend. Das McKinsey Global Institute schätzt allerdings, dass bis zum Jahr 2030 weltweit 57 Billionen Dollar für Infrastruktur aufgewendet werden müssen, um mit dem steigenden Bruttoinlandsprodukt mitzuhalten. Deshalb müssen auch Unternehmen aus der Baubranche digitaler werden, um schneller und effizienter arbeiten zu können, und gleichzeitig ist die Kreativität der Mitarbeiter gefordert.

Balfour Beatty, die führende Unternehmensgruppe im Bereich Internationaler Infrastruktur, geht sogar davon aus, dass Baustellen im Jahr 2050 ganz ohne Menschen auskommen werden. Stattdessen werden Roboter komplexe Gebäude errichten und Drohnen werden die Arbeiten aus der Luft inspizieren. Und wie lässt sich diese Zukunftsvision in die Praxis umsetzen? Indem alle relevanten Daten für solche Bauprojekte in die Cloud verlagert werden, in der Probleme erkannt werden, noch bevor sie entstehen.

In einem vor Kurzem veröffentlichten Bericht von Balfour Beatty, „Innovation 2050 – A Digital Future for the Infrastructure Industry“, wurde die neue Rolle von Angestellten im Bauwesen beleuchtet. Dabei wird davon ausgegangen, dass der moderne Mitarbeiter dieser Branche in Zukunft viele verschiedene Projekte gleichzeitig aus der Ferne betreuen wird, und zwar mithilfe von 3D‑ und 4D‑Grafiken und Daten, die vor Ort aufgezeichnet werden.

Wir haben uns mit Victor Snook unterhalten, Building Information Modeling (BIM) Manager und digitales Superbrain bei Balfour Beatty. Seine Aufgabe ist es, Beteiligte verschiedener Projekte mit den richtigen digitalen Lösungen auszustatten: „Wir als Unternehmen wollen verstehen, welche Herausforderungen jedes einzelne Bauprojekt bietet, und wählen dann die richtigen Apps und Technologien aus, die benötigt werden“, erklärt Snook. „Es geht einfach darum, für die jeweiligen Projektanforderungen die passenden digitalen Lösungen zu finden.“

Um das zu erreichen, investiert man bei Balfour Beatty viel in die Entwicklung digitaler Lösungen: „Wir investieren bereits in Cloudtechnologie, Drohnen, digitale Überwachungssysteme, Apps und virtuelle Realität, um nur einige zu nennen“, erklärt Snook. „Wir beschäftigen insgesamt über 30.000 Mitarbeiter – da ist es wichtig, dass wir Lösungen für das ganze Unternehmen anschaffen, nicht nur für eine Abteilung.“

Die Datenrevolution

Wir haben Snook gefragt, was die entscheidendsten digitalen Veränderungen in der Bauindustrie waren, seit er vor sechs Jahren im Management von Balfour Beatty angefangen hat. Er erklärte, dass die Arbeit mit digitalen Daten sowohl vor Ort als auch außerhalb nicht mehr wegzudenken ist: „Früher hat man in der Baubranche alles zu Papier gebracht. Dadurch sind natürlich viele Informationen verloren gegangen.“

Inzwischen hält man bei Balfour Beatty jedes noch so kleine Detail digital vor Ort fest, sodass das Team das Datenmaterial analysieren, daraus lernen und zukünftige Fehler besser vermeiden kann: „Wir nutzen jetzt viele cloudbasierte Anwendungen, um das Datenmaterial von der Baustelle zu verwalten. Dann analysieren wir es und passen es an“, erklärt Snook. „Ein Problem im Baugewerbe ist, dass immer wieder die gleichen Fehler gemacht werden. Viele teilen ihr Wissen und ihre Erfahrungen nicht direkt mit anderen Mitarbeitern. Die Informationen nur auf einem Schmierzettel oder mündlich, zwischen Tür und Angel, weiterzugeben, ist einfach nicht sonderlich hilfreich. Ohne die richtigen Kommunikationsmittel geht vieles verloren und so kann man schwer aus seinen Fehlern lernen.“

Wenn man Informationen sinnvoll erfassen und effektiv mit anderen teilen würde, könnte man Snook zufolge nicht nur erfolgreichere Projekte abschließen, sondern auch die Sicherheit auf Baustellen verbessern. Snook hatte bereits in seiner Masterarbeit untersucht, wie Daten im Bauwesen eingesetzt werden können, um Risiken rechtzeitig aufzuspüren. Als Experte ist er deshalb davon überzeugt, dass sich Unfälle vermeiden lassen, wenn Datenmaterial sinnvoll verwendet wird.

„Wenn wir digitale Lösungen einsetzen, um Datenmaterial zu sammeln, können wir für mehr Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz sorgen. Unsere Ingenieure und Kostenplaner, die vor Ort arbeiten, haben beispielsweise Mobilgeräte, die sie täglich mit Daten füttern. Unsere Projektmanager können dann in dem gleichen Datenmaterial Probleme protokollieren“, erklärt Snook. „Mit dem Datenmaterial in der Cloud können wir auch die Qualität der Sicherheit- und Gesundheitsschutzbedingungen viel besser beurteilen und es fällt uns leichter, die notwendigen Verbesserungen vorzunehmen. Je mehr Daten wir zur Verfügung haben, desto besser lassen sich Risiken minimieren. Risiken entstehen oft aus einem Mangel an Informationen. Deshalb lautet die Devise: Je mehr Datenmaterial wir haben, desto besser. Es geht darum, Informationen zu sammeln und nutzbar zu machen.“

Qualität mithilfe der Cloud sicherstellen

Durch die Digitalisierung der Datenaufzeichnung können auch bessere Qualitätsberichte erstellt werden, erklärt Snook: „Oft ist es bei der traditionellen Projektübergabe so, dass Qualitätsberichte teilweise ganz fehlen oder unvollständig sind. Inzwischen können wir den gesamten Verlauf der Qualitätsdaten einsehen und frühzeitig sicherstellen, dass alles da ist, wo es hingehört“, erzählt er. „Unser Ziel bei Balfour Beatty ist eine makellose Übergabe. Wenn wir ein Projekt übergeben, wollen wir sichergehen, dass es absolut fehlerfrei ist, und das erreichen wir am besten mit der Cloud, in der wir Daten in Echtzeit verwalten können.“

Um Projekte fehlerfrei abschließen zu können, muss der Prozess von Anfang bis Ende einwandfrei ablaufen, erklärt Victor: „Das System muss so gestaltet sein, dass die Mitarbeiter vor Ort die Daten einheitlich aufzeichnen. Nur so kann man sicherstellen, dass diejenigen, die die Daten bekommen, sie auch analysieren können, um gegebenenfalls die nötigen Änderungen vorzunehmen. Es bringt nichts, Datenmaterial sinnlos anzuhäufen. Zu viele überflüssige Informationen führen außerdem wieder an anderer Stelle zu Problemen. Deshalb ist es wichtig, das Material richtig zu verwalten und auszusortieren.“

Mehr als nur Building Information Modeling (BIM)

Schließlich haben wir Snook gefragt, welchen Ratschlag er anderen Unternehmen aus dem Bauwesen geben würde, die es mit digitalen Lösungen versuchen wollen. Er sagte, dass es vor allem darum ginge, die Lösungen an die individuellen Bedürfnisse und Probleme des Unternehmens anzupassen: „Richten Sie niemals einfach irgendwelche Tools ein, ohne genau zu wissen, was Sie damit eigentlich erreichen wollen. Viele Menschen glauben, dass der Umstieg auf digitale Lösungen damit vollzogen ist, wenn man BIM eingeführt hat. Sie sollten vorher erst die internen Probleme analysieren, bevor Sie sich für eine digitale Lösung entscheiden, mit der Sie diese spezifischen Probleme dann angehen könnten.“

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